© 2016 IG Dreifachnutzung Flugplatzareal Dübendorf

Fragen & Antworten

Wie wird das Areal des Flugplatzes Dübendorf künftig genutzt?

Der Bundesrat hat am 31. August 2016 seinen Beschluss vom 3. September 2014 bekräftigt und definitiv über die künftige Nutzung des Areals entschieden. Demnach soll das Areal Platz für alle drei Interessen des Bundes – die militärische Aviatik, die zivile Aviatik und die Errichtung des Hubstandorts Zürich des Schweizerischen Innovationsparks – bieten.

 

Wann wurde die IG Dreifachnutzung Flugplatzareal Dübendorf gegründet?

Die Interessengemeinschaft „IG Dreifachnutzung Flugplatzareal Dübendorf“ wurde am 8. Juli 2016 gegründet.

Wer gehört der IG Dreifachnutzung an?

Ihr gehören einerseits Vertreter der zivilen und militärischen Luftfahrt, andererseits Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an.

Was bezweckt die IG Dreifachnutzung?

Die IG Dreifachnutzung ist überzeugt, dass die vom Bundesrat vorgesehene Mehrfachnutzung (militärische Aviatik, zivile Aviatik, Innovationspark) eine einmalige Chance für den Wirtschaftsstandort Zürich darstellt, die es zu nutzen gilt. Vor diesem Hintergrund bezweckt die IG, den Innovationspark sowie die aviatische Weiternutzung zu unterstützen, das Verbindende zu fördern und sich gegen jegliche Behinderung dieser für den Werkplatz bedeutsamen Mehrfachnutzung einzusetzen.

Welchen Nutzen bringt eine Mehrfachnutzung des Flugplatzareals dem Wirtschaftsstandort Zürich?

Für den Wirtschaftsstandort Zürich ergeben sich mit dieser Dreifachnutzung erhebliche Potenziale, die es klug zu nutzen gilt. Mit dem bestens etablierten dualen Bildungssystem, den Hochschulen mit internationaler Ausstrahlung, der geballten Innovationskraft, der globalen Vernetzung der Wirtschaft und der exzellenten Erreichbarkeit wird mit dem Entwicklungsareal zweifellos die Standortgunst bei der Ansiedlung innovativer Unternehmen gestärkt.

In welcher Form profitiert die Bevölkerung von der Dreifachnutzung?

Die Erweiterung des Flugbetriebs sowie die Ansiedlung des Innovationsparks bringen einen bedeutenden volkswirtschaftlichen Nutzen, da neue Unternehmen angesiedelt werden.

Der Innovationspark wird keine Briefkastenfirmen, sondern wertschöpfende Unternehmen anziehen, die neue Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen. Zudem werden verschiedene Firmen mit Bezug zur Luft- und Raumfahrt angesiedelt. Auch diese werden zahlreiche qualifizierte Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen.

Die zivile Aviatik, insbesondere das Segment der Geschäftsfliegerei, leistet einen wesentlichen Beitrag an das Bruttoinlandsprodukt. Insgesamt trägt die Geschäftsfliegerei in der Schweiz jährlich weit über eine Milliarde Franken zur Wertschöpfung bei.

Das Flugplatzareal Dübendorf. als Wiege der Schweizer Aviatik und mit über hundertjähriger Geschichte, lässt sich im Einvernehmen mit den Standortgemeinden in attraktiver Art und Weise in einem Naherholungskonzept inszenieren.

Wie soll das Nebeneinander von ziviler Aviatik, militärischer Aviatik und Innovationspark funktionieren?

Die drei vom Bund vorgesehenen Nutzungen lassen sich unabhängig voneinander entwickeln. Ziel muss es sein, dass die Promotoren der einzelnen Nutzungen mit dem Ausschöpfen von Synergiepotentialen dem Flugplatzareal zu einer internationalen Strahlkraft im Wettbewerb um die Standortgunst verhelfen.

Die IG Dreifachnutzung ist überzeugt, dass sich die drei vom Bundesrat vorgesehenen Nutzungen durch ein intelligentes Miteinander gegenseitig in der Entwicklung beflügeln werden.

Ein gutes Beispiel eines intelligenten Nebeneinanders von Wissenschaft, Innovation, Luftfahrt und Wirtschaft ist das ESA BIC Switzerland. Dabei handelt es sich um ein neues Zentrum der ETH Zürich zur Förderung von Start-ups mit Bezug zu Raumfahrtechnologien. Es ist geplant, dass die Start-ups auf dem Flugplatzareal angesiedelt werden. Das ESA BIC Switzerland zeigt, dass durch eine Mehrfachnutzung erhebliche Synergien entstehen und der Standort Dübendorf damit eine herausragende Bedeutung erlangen kann.

Wie viele Flugbewegungen wird es auf dem Flugplatz Dübendorf geben?

Der in ein ziviles Flugfeld mit Bundesbasis umzuwandelnde Flugplatz wird als Neuanlage deklariert und muss als solcher den strengen Planungsgrenzwerten gemäss Lärmschutzverordnung Rechnung tragen. Die Zahl der Flugbewegungen leitet sich aus einer maximalen Lärmmenge ab. Basierend auf den heutigen Flugzeugtypen hat der Bund in seiner Lärmberechnung eine Bewegungszahl von insgesamt rund 28'600 Starts und Landungen errechnet, was in etwa einer Verdoppelung gegenüber dem heutigen Flugbetrieb bedeutet aber lediglich ein Bruchteil der früher in Dübendorf operierenden Militärjetbewegungen.

Wird mit dem Flugplatz Dübendorf nicht eine Kapazitätserweiterung für den Flughafen Kloten geschaffen?

Die Flugsparten der Leichtaviatik und Geschäftsluftfahrt werden am Flughafen Zürich aufgrund der knapper werdenden Zeitfenster für Starts und Landungen, wegen Platzbedarf der immer grösser werdenden Flugzeuge der Liniengesellschaften sowie wegen diversen Bauvorhaben verdrängt. Der Flughafen Zürich hat einen Bundesauftrag, der den Linien- und Charterflügen Priorität einräumt. Alle anderen Flugsparten haben sich unterzuordnen.

Warum braucht es in Dübendorf ein Flugfeld für die zivile Aviatik?

Da neue Flugplätze in der Schweiz kaum mehr realisierbar sind, ist es aus Sicht des Bundes sinnvoll, ehemalige Militärflugplätze der Zivilluftfahrt zur Verfügung zu stellen. Das entspricht auch der strategischen Stossrichtung des Luftfahrtpolitischen Berichts des Bundes (LUPO 2016).

Die zivile Luftfahrt, insbesondere die Geschäftsluftfahrt, ist ein unverzichtbares Segment für die international ausgerichtete Zürcher Wirtschaft und daher von grosser Bedeutung im Standortwettbewerb. Gerade die Geschäftsfliegerei ist auf eine gewisse Flexibilität angewiesen. Der zentrumsnahe Flugplatz Dübendorf kann diese Bedürfnisse ideal abdecken.

Was versteht man unter Geschäftsfliegerei?

Unter Geschäftsfliegerei (oder Business Aviation) versteht man den zivilen, nicht planmässigen Luftverkehr zu Geschäftszwecken. Im Gegensatz zum Linienverkehr ermöglicht die Geschäftsfliegerei, flexibel und schnell zu reisen.

Die Geschäftsfliegerei ist heute ein nicht mehr wegzudenkendes Geschäftsfeld. In der Schweiz trägt die Geschäftsfliegerei jährlich weit über eine Milliarde Franken zur Wertschöpfung bei.

Die Geschäftsfliegerei ist doch nur etwas für Superreiche…

Leider kämpft die Geschäftsfliegerei oft mit dem Klischee, dass diese nur den Superreichen vorbehalten ist. Das stimmt nicht. Die Geschäftsfliegerei dient zum Beispiel Fachteams von Schweizer Exportfirmen, die viel Material umsteigefrei in abgelegene Regionen bringen und dieses dort installieren müssen. Auch Hilfs- und Rettungseinsätze benötigen die Geschäftsfliegerei.

Eine wichtige Tatsache ist, dass über 90 Prozent der Destinationen, die von der Geschäftsfliegerei bedient werden, nicht mit einem regulären Linienflug erreicht werden können.

Wird damit nicht viel Lärm in die Region gebracht?

Die Lärmbelastung wird gegenüber heute nicht stark steigen. Gerade die Geschäftsfliegerei nutzt sehr modernes, leistungsstarkes und damit leises Flugmaterial. Überdies wird der gesetzliche Spielraum der Öffnungszeiten nicht voll ausgeschöpft.

Bringt der neue Flugplatz Dübendorf mehr Verkehr auf den Strassen?

Der Flugplatz Dübendorf ist in verkehrstechnischer Sicht keinesfalls zu Vergleichen mit dem Flughafen Zürich, der täglich mehr als 70‘000 Passagiere verzeichnet. Die militärische Luftfahrt sowie die Geschäftsfliegerei und die Leichtaviatik in Dübendorf befördern nur wenige Passagiere. Die zusätzliche Belastung auf dem Strassennetz, die vom zivilen Flugfeld ausgeht, ist vernachlässigbar. Der Flugplatz Dübendorf kann zudem optimal durch öffentliche Verkehrsmittel erschlossen werden.

Warum braucht es in Dübendorf ein Lufttransportbasis für die militärische Aviatik?

In der Schweiz können aufgrund der Bevölkerungsdichte und topografischen Voraussetzungen keine neuen Flugplätze gebaut werden. Deshalb hat der Bundesrat den Flugplatz in Dübendorf als strategische Reserve für die Luftfahrt definiert.

Der Flugplatz Dübendorf wird bereits heute militärisch genutzt. Die Luftwaffe wird auf dem Areal weiterhin eine Lufttransportbasis betreiben – in erster Linie für Helikopter, welche unter anderem für Rettungsflüge und Flüge der Kantonspolizei eingesetzt werden.

Warum soll der Innovationspark auf dem Flugplatzareal in Dübendorf entstehen?

Die Realisierung eines Innovationsparks auf dem Gelände des Flugplatzes Dübendorf ist ein ausdrückliches Anliegen des Bundes. Dübendorf ist nur einer von fünf Standorten des Schweizerischen Innovationsparks. Weitere Ankerpunkte des Netzes sind in Allschwil BL, Villigen AG, Lausanne und Biel. Der Bund und die Kantone wollen mit dieser Einrichtung die Innovationskraft der Schweizer Wirtschaft erhalten und stärken.

Gefährdet die Mehrfachnutzung die bestehenden Nutzungen auf dem Flugplatzareal Dübendorf?

Keineswegs – im Gegenteil: die Nutzung im aktuellen Umfang kann die Weiterentwicklung sogar fördern. Bis ein neuer, vom Bund eingesetzter Betreiber auf dem Flugplatzareal aktiv ist, wird es voraussichtlich noch Jahre dauern. Bis dahin ist es wichtig, die bisherigen Aktivitäten weiter zu pflegen und zu entwickeln. Das bestehende Air Force Center und das Flieger- und Flabmuseum erachtet die IG als wichtige Partner. Überdies soll das Museum an seinem angestammten Platz erhalten bleiben und ebenfalls von den erweiterten Aktivitäten profitieren können.